farbfilmexperiment

 

wie schon auf twitter angekündigt, habe ich ein kleines experiment durchegführt…

ich habe beim aufräumen eine alte kamera aus meiner jugend gefunden, ja, die ist schon älter… naja egal. ist irgendeine analoge ricoh. nen blitz is dran, und man kann die iso des films einstellen, thats it.

 

noch schnell zu feundlichen discounter um die ecke
gefahren und einen film besorgt.  geworden ist es ein agfa vista plus 200.

den film eingelegt und drauflos fotografiert. 36 bilder waren eigentlich schnell im kasten. nun ging es dran den film zu entwickeln. was macht man? man geht in einen laden in dem man noch filme entwickeln kann? nö!

ich hab mal gehört das man auch farbfilm einfach in sw entwickeln kann. durch meine experimente mit ner leica habe ich ja schon ein wenig erfahrung mit dem entwickeln, mit caffenol.

also gesagt, getan. nochmal rücksprache auf twitter mit @chrismarquardt, (danke für die tipps) gehalten und los konnte  es gehen.

für die die mit der materie noch gar nicht vertraut sind: ja! man kann mit kaffee, filme in sw entwickeln… im internet gibt es mehrere anleitungen, rezepte, tipps und tricks, einfach mal nach caffenol googeln.

ein einsteigerset zum sw

-film entwickeln bekommt man im übrigen hier: http://www.spuersinn-shop.de/ , dort gib es ein reichhaltiges sortiment für alles analoge, was mit der fotografie zu tun hat.

ich habe mein standard rezept genutzt. man nehme:

 

  • 10 kaffelöffel instandkaffee (je billiger, desto besser)
  •  7 kaffelöffel wasch-soda
  •  1 kaffelöffel vitamin-c

das ganze löst man in 375ml wasser auf, wobei man das wasser auf 3 becher aufteilt und die zutaten jeweils einzeln auflöst und erst später zusammenkippt. aufgrund der rücksprache mit chris, wurde das wasser diesmal mit 22°c, anstatt mit 20°c benutzt.

noch ne kleine anmerkung: es gibt zig rezepte wie man das caffenol anmischen kann…mit dieser mischung hab ich eigentlich immer gute erfahrungen gemacht. genauso gibt es andere techniken zum entwickeln was zeit, umgang usw. betrifft. ich muss sagen ich nehme es beim normalen entwickeln nicht ganz so genau, aber die ergebnisse stimmen trotzdem.

kommen wir zum eigentlichen entwickeln:

man spult den film in der dunkelkammer (in meinem fall ein getränkekeller ohne fenster und jemandem vor der tür der schmiere steht…), oder in einem dunkelsack, auf die entwicklerspindel und verstaut selbige in der entwicklerdose. nun kann den film nichts mehr passieren, in der dose ist er absolut lichtdicht verstaut.

nun kommt die suppe hinzu.

ab sofort läuft die zeit. entwickelt wird normalerweise 12min., diesmal hab ich das ganze auf 10 min. beschränkt. in der ersten minute schwenkt man die entwicklerdose langsam und stellt sie dann wieder hin, alle 3 minuten schwenkt man die dose nun noch ein paar mal, is die zeit um ist.

als nächstes folgt das wässern. einfach wasser in die dose laufen lassen und wieder auskippen. das ganze solange wiederholen, bis nur noch klares wasser aus der dose läuft.

nun kommt man zu dem punkt, wo doch noch ein wenig chemie ins spiel kommt: man muss den film noch fixieren, damit er nicht weiter belichtet werden kann. den fixierer mischt man mit wasser in einem angegebenen verhältnis. meist steht das mischungsverhältnis auf der verpackung. fixierer kann man mehrmals verwenden, d.h. man muss nicht jedesmal neuen kaufen und neu anmischen.

wenn der fixierer dann mal am ende ist, muss man ihn dann auf einer deponie für sondermüll abgeben. bitte die chemie nicht einfach wegschütten.

 

der film wird nun noch 6min. fixiert. dabei auch wieder die erste minute schwenken und dann jede zweite.

nun den fixierer wieder in eine flasche und den film wieder wässern. am schluss gibt man noch einen tropfen spülmittel mit in die dose…

nach dem endgültigen wässern gilt es nur noch den film aus der dose zu holen und ihn zu trocknen.

 

hat man dies alles hinter sich kann man die negative bewundern.

 

soweit zu schnöden therorie mit sw-film… nun hatte ich ja einen farbfilm. und sagen wir es mal so. mein experiment hat nicht wirklich geklappt. die brauchbaren bilder sind recht körnig und irgendwie matschig. die frage ist jetzt nur: lags am entwicklen oder der kamera.

ich werde das ganze also nochmal mit nem sw-film ausprobieren und dann nochmal berichten.

zum schluß dieses ewiglangen blogposts hab ich nun noch 2 bilder die halbwegs zu gebrauchen sind…

 

 

Selbstporträt

 

so long…

(2) Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Spülmittel in die Dose?????? Hab ich da richtig gelesen? Des Wahnsinns helle Beute und so. In Spüli sind Sachen drin, die den Negativen üüüberhaupt nicht gut bekommen auf Dauer! Das ist Sparsamkeit an der falschen Stelle – so ein Fläschchen Netzmittel kostet nicht die Welt und hält ewig. Echt jetzt.

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  2. jaaaa, das mit dem Spülmittel…. hatten wir ja schon in Braunschweig… Wird nicht mehr vorkommen. War halt das, was man so im Netz gefunden hat…bevor man an die „richtigen“ Leute und Blogs kam….

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