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Workshops…

Nein ich werde jetzt hier keinen Workshop von meiner einer ankündigen, sondern wollte einfach mal allgemein über meine Erfahrung mit Workshops schreiben.

Vor mittlerweile drei Jahren besuchte ich meinen ersten Workshop. Ausgeschrieben wurde dieser als High-Glass-Latex-Fashion Workshop, mit einem ebensolchen Model.
Für interessant befunden und gebucht. Das ganze sollte in Karlsruhe stattfinden, also ca. zwei Stunden Autofahrt, aber das ist durchaus machbar.

An besagtem Tag also nach Karlsruhe gefahren und mal geschaut wie sowas abläuft: Zuerst gab es eine kleine Besprechung was an diesem Tag so gemacht wird und wer der/die Teilnehmer sind.
Gut.
Danach kam dann der eigentliche „Workshop“, wobei ich mich dann jetzt schon schwer tue, diesen als solchen zu bezeichnen. Dazu gleich ein wenig mehr.
Also: Workshop war an besagtem Tag dann, daß ein Lichtsetup in einer zum Studio  umgebauten Scheune aufgebaut wurde. Soweit so gut, es gab noch eine kleine Einführung wie sich das Setup aufgliedert und welcher Blitz für was zuständig war. Gut, da alle keine Anfänger waren war dies eh relativ klar. Doch weiter im Workshop.
Nun bekam jeder Zeit 15min. das Model „abzuschießen“, ich kann es leider nicht anders sagen. Der Workshop ging dann noch mit zwei weiteren Setups und dem selben „abschiessen“ weiter.
Gelernt habe ich an dem Tag nicht wirklich was, gut ich habe fotografiert und das ist ja auch schon mal was… Das beste jedoch an dem ganzen Tag war: Ich habe den Kontakt zu Model gehalten und wir fotografieren regelmäßig zusammen. Das jedoch beruht auf reiner Eigeninitiative und hat nichts mit dem Workshop zu tun…

Ab diesem Tag war ich in Sachen Workshop ein gebranntes Kind.

Letztes Jahr jedoch stieß ich über verschiedene Umstände wie eine Erbschaft und einen Podcast wieder auf einen Workshop.

Da ich 2010 zu Weihnachten eine LEICA vererbt bekam (Baujahr um die 1942er lt. Seriennummer) begann ich mich doch ein wenig für die analoge Fotografie zu interessieren.
Gesagt getan, Film eingelegt um zu testen ob die Leica noch tut. Film voll gemacht und zum Entwickeln gegeben. Ein paar Tage später die Gewissheit: sie funktioniert!
Weiter im Text: Als langjähriger Hörer von HappyShooting schnappt man ja auch immer mal wieder Sachen auf. Man hört dann auch mal so Sachen wie: Man kann in Kaffee SW-Film entwickeln… Man bestellt also ein Entwicklerset bei Spürsinn und probiert das ganze jetzt erst mal mit Kaffee und nicht mit der mitgelieferten Chemie aus…es funktioniert ebenfalls, unglaublich. Und das auch schon, gleich beim ersten Mal.

Durch besagten Podcast wurde ich dann natürlich an die Workshops erinnert, die dort angeboten werden. Und dann gibt es ja noch die Workshops von Chris  und Moni (MonisMotivklingel): Absolut Analog…
Das wäre ja genau das richtige. Doch wie war das noch mit Workshops??? Is ja viel Geld  und dann auch noch in Braunschweig bei Spürsinn, also mal fast 400km weg von mir…d.h. ich brauche auch noch ein Hotel für zwei Tage, damit ich die ausgeschriebenen zwei Workshoptage, auch entspannt beginnen kann.

Egal. Ich melde mich da jetzt an. Ich will ja das Entwickeln von SW-Filmen richtig lernen…

An einem Freitag geht es dann nach Braunschweig. Hotel gleich gefunden. (direkt gegenüber von Spürsinn, für was Twitter doch alles gut ist…)

Am Samstag dann gut gelaunt nach dem Frühstück über die Straße und mit den anderen Teilnehmern und Referenten getroffen.
Bisschen Gelaber, bis alle da sind und ab in den Workshopraum, um zu besprechen was in den nächsten zwei Tage passieren soll.

Was als erstes auffällt: Alles verdammt gut strukturiert und durchgeplant. Alle Referenten und Teilnehmer super nett. Auch die Gastfreundschaft bei Spürsinn muss man hervorheben.

Kommen wir zu ersten Workshoptag:

Wie schon erwähnt, erstmal lockere Plauderstunde und Fahrplan für die zwei Tage.
Nachdem sich alle kurz vorgestellt haben geht es Los. Es soll ja auch ein wenig um Gestaltung und allgemein um Bildsprache in der Fotografie gehen. Also werden sich gemeinsam Bilder von bekannten Fotografen/innen angeschaut und die zusammen besprochen.
Es ergeben sich interessante Gespräche. Die Zeit verfliegt wie im Flug und irgendwann muss man sich auch um das leibliche Wohl kümmern, also erstmal mit der ganzen Mannschaft Mittagspause und was Essen. Auch dort wieder: Interessante Gespräche, Fachsimpeln…

 

Am Nachmittag dann endlich: Fotografieren. Jeder bekommt nen Film und dann los. 45 Minuten Zeit um den Film am besten vollzumachen. Ich mit meiner Leica schaffe das nicht ganz, da ich noch jedesmal erst mit dem Belichtungsmesser messen muss und dann die Werte übertragen muss. Die anderen Teilnehmer haben eigl. alle einen Belichtungsmesser in der Kamera und sind daher etwas schneller.

 

Apropos Kamera. Einer der Teilnehmer hat überhaupt noch keine analoge Kamera.

 

Alles kein Problem Chris und Moni haben genug dabei und stellen diese auch zu Verfügung.
Nachdem die Zeit um ist geht es also wieder zurück zu Spürsinn um

nun endlich den ersten Film zu entwickeln…

Als erstes muss der Film natürlich erstmal wieder aus der Kamera und in die Entwicklerdose. Auch dafür gibt es erstmal eine gute Einführung und Erklärung wie das ganze funktioniert, bis man dann mit einem „Dunkelsackgesicht“ da sitzt und seinen Film versucht aufzuspulen und in die Dose zu bekommen.
Chemie abmessen, Chemie mischen, Entwicklungszeiten heraussuchen usw.
alles in der Heiligen Spürsinn Halle aka. Dunkelkammer.

Der Film wird nun entwickelt. Danach fixiert und dann ist auch schon der erste Workshoptag vorbei…

Vorbei? Pustekuchen. Mit allen nochmal in eine Braunschweiger Bar und noch lange gesessen und Fachgesimpelt usw. usw.

Zurück im Hotel dann nochmal den Tag Revue passieren lassen und sich fragen wie wohl morgen die Negative im Trocken zustand aussehen…

Der zweite Tag:

Wieder morgens früh aus den Federn und wieder rüber zu Spürsinn. Film begutachten. Alles ok woweit.

Am Vormittag gibt es dann noch einen Vortrag von Micha (Spürsinn) über den Aufbau und die Geschichte von Film. Auch sehr, sehr interessant.

Dann nochmals Raus und einen neuen Film belichten. Diesmal nicht auf die „normale“ Tour sondern als sogenannten „Push“… d.h. ich nehme einen  ISO 100 Film und belichte ihn, als sei es ein ISO 1600….wtf? das soll funktionieren?

Später in der Dunkelkammer, dann das ganze entwickeln. Diesmal auf eine andere Art: eine 2Phasen Entwicklung. Man hat noch einen „Vorentwickler“

Und auch danach dann: Es sind ISO 1600 Bilder auf nem ISO 100 Film. Unglaublich.

Mittagspause….. natürlich wieder mit viel Gerede…

Am Nachmittag dann nochmal die Negative besprechen. 16 Uhr soll der Workshop eigl. vorbei sein… ca 1 1/2std. später is er das dann auch.
Alles sind Glücklich. Noch Sachen ausm Hotel holen und dann auf die ca. drei stündige Heimreise. Und alles nochmal überdenken.

 


Fazit:

Der Erste Workshop war keiner. Es war ein besseres Modelsharing zu erhöhtem Preis.

Der Zweite Workshop hat sich definitiv gelohnt. Am ersten Tag hatte ich erst noch gedacht, ob das wirklich was wird? Weil wir gar nicht so viel Fotografieren wollten, ich doch aber deswegen gekommen war. Im nachhinein (am selben Abend) war jedoch klar das sich dieser Workshop lohnen würde. Alleine die ganzen Gespräche mit den Teilehmern/Referenten sind schon wahnsinnig hilfreich. Es ist vor allem unglaublich was man alles aus den Gesprächen herausziehen kann. Dazu dann noch die praktischen Anteile des Workshops: Einfach klasse!

Was noch zu erwähnen wäre: Die Absolut Analog Workshops sind sozusagen dreiteilig… Ich war auf  Teil 1 und habe keine 5min. gezögert als der zweite Workshop für 2012 angekündigt wurde, diesen zu Buchen. Wir sehen uns also wieder… diesmal in Tübingen…

 

 

 

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